Eine der häufigsten Ursachen für Durchfall-Erkrankungen stellen Coli-Bakterien dar.

Das nach dem deutschen Kinderarzt Theodor Escherich benannte Darm-Bakterium Escherichia coli (E-coli) auch als Coli-Bakterien benannt, ist ein weitverbreiteter Bewohner im Darmtrakt des Menschen und Tieres mit einem Aufkommen von mehreren Millionen Bakterien pro Stuhlgramm. Die Coli-Bakterien spalten Nährstoffe auf und wehren Krankheitserreger ab. Sie besitzen neben den guten für den Menschen gefährliche Seiten.

Durchfall Ursachen
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Krankheiten verursacht durch Coli-Bakterien

Erhalten Coli-Bakterien Zugang zu anderen Teilen des Körpers, sind diese unter Umständen Auslöser folgender Erkrankungen:

  • Harnwegsinfektionen
  • Peritonitis (Bauchfellentzündung),
  • Neugeborenen-Meningitis (Hirnhautentzündung)
  • Pneumonien (Lungenentzündungen)
  • schwere Magen-Darm-Erkrankungen.

 

Stämme der Escherichia-coli-Bakterien

  • EHEC enterohämorrhagische  coli
  • EPEC enteropathogene  coli
  • ETEC enterotoxische  coli
  • EIEC enteroinvasive  coli
  • EAEC enteroaggregative  coli
  • DAEC diffus adhärente  coli,

 

EHEC-Bakterien: Gift ausscheidende Coli-Bakterien

Bei dem 1985 in Deutschland erstmals nachgewiesen “enterohämorrhagischen Escherichia coli” handelt es sich um eine Sonderform des Bakteriums Escherichia coli. Die Keime produzieren im Gegensatz zu den normalen Coli-Bakterien Zytotoxine. Die als Shigatoxine – Stx bezeichneten Giftstoffe lösen bei Ihrer Freisetzung im Darm Erkrankungen aus, die aufgrund ihrer Komplikationen eine hohe Letalität aufweisen. Wie gefährlich EHEC-Bakterien sind, spiegelt die seit 2001 bestehende Meldepflicht wieder.

 

Symptome der EHEC-Infektion

Die Infektion mit den Coli-Bakterien EHEC bleibt in einigen Fällen symptomlos (klinisch inapparent) und somit unerkannt. Die Symptome manifester, also deutlich erkennbarer, Erkrankungen sind im Normalfall:

  • wässriger Durchfall, mehr als dreimal täglich,
    Der Wasseranteil des Stuhls beträgt mehr als 75 Prozent, die Menge überschreitet 250 Gramm pro Tag.
  • Übelkeit,

Nimmt die Erkrankung einen schwereren Verlauf, entwickelt sich eine als hämorrhagische Kolitis bekannte blutige Dickdarm-Entzündung. Symptome dieser Komplikation sind:

  • blutige (hämorrhagische) Stühle
    sowie
  • schmerzhafte Bauchkrämpfe (Abdominalschmerzen)
  • eventuell Fieber
  • schlechter Allgemeinzustand.

 

Kinder im Vorschulalter sowie alte und abwehrgeschwächte Personen betreffen die schweren Verläufe besonders.

Die Gifte der Coli-Bakterien “EHEC” führen des Weiteren zu Gefäßschädigungen mit Blutgerinnungs-Störungen. Als Folge betrifft den Patienten eine verstärkte Blutungsneigung mit Petechien (stecknadelkopfgroße punktförmige Einblutungen). Des Weiteren kommt es zu einem Blutzerfall, der Hämolyse. Fachkundige bezeichnen die dadurch bedingte Blutarmut als Anämie. Der Patient weist eine auffällige Blässe auf und fühlt sich schlapp.

Als weitere mögliche Komplikation der Infektion mit schädlichen Coli-Bakterien gilt das hämolytisch-urämische Syndrom (HUS). Diese Nierenfunktions-Störung bedingt Wassereinlagerungen (Ödeme) in den Beinen. Durch die mangelnde Entgiftung des Blutes treten Verwirrtheits-Zustände und Krampfanfälle auf. In ein bis fünf Prozent der Fälle endet die Erkrankung infolge eines akuten Nierenversagens tödlich. Überlebt der Betroffene, schließt das bleibende gesundheitliche Schäden nicht aus. Dazu gehören der Bluthochdruck sowie eine Beeinträchtigung der Nierenfunktion.

 

Diagnostische Maßnahmen zum Nachweis von Coli-Bakterien

Betroffene von Durchfall-Erkrankungen stellen sich ihrem Hausarzt vor. Unabhängig vom Alter des Patienten und um eine Infektion mit Coli-Bakterien auszuschließen, befragt er diesen oder seine betreuende Person im Rahmen der Anamnese eingehend. Die Beantwortung folgender Fragen zeigt Relevanz für die richtige Diagnose des Arztes:

  • Wie häufig ist der Stuhlgang?
  • Welche Form hat dieser?
  • Ist dem Stuhl Blut beigemengt?
  • Hat der Patient Fieber?
  • Wie häufig uriniert er?
  • Welche Farbe hat sein Urin? Befindet sich Blut darin?
  • Klagt der Patient über Bauchschmerzen?
  • Fühlt er sich schwach und ist blass?

Des Weiteren erkundigt sich der Arzt nach Ödemen und untersucht die Haut des Patienten nach Petechien. Zur Diagnose benötigt er zudem Angaben über eine eventuelle Medikamenteneinnahme. Er fragt den Patienten nach seinem Beruf und ermittelt seine sonstigen Lebensumständen, wie beispielsweise den Kontakt zu Tieren.

 

Weitere Mittel zur Diagnose

Bestimmte Situationen erfordern eine Stuhluntersuchung auf EHEC. Dies ist der Fall, sofern

  • beim Erkrankten eine Diarrhö vorliegt und der Stuhl sichtbar Blut enthält,
  • der Patient ein Kind ist und an einer Nierenschwäche leidet oder
  • der Betroffene mit HUS-Kranken in Kontakt war.

 

Die Blutuntersuchung gibt Aufschluss darüber, ob ein hämolytisch-urämisches Syndrom nach einer Infektion mit Coli-Bakterien vorliegt. Relevant sind die Anzahl der Blutplättchen und der roten Blutkörperchen. Im Blut vorhandene veränderte Nierenwerte weisen auf eine Schädigung der Nieren durch EHEC hin. Beispielsweise sieht sich der Arzt den Kreatininwert an. Des Weiteren bestimmt das Labor die Entzündungswerte im Blut.

Mit sogenannten Harnstix untersucht der Labormitarbeiter den Urin des Patienten nach Eiweißen und verstecktem Blut, um eine eventuell vorliegende Nierenschädigung nachzuweisen.

Ein Verdacht auf eine EHEC-Infektion erfordert als wichtigste Diagnose-Mittel den Toxingen-Nachweis sowie den Toxin-Nachweis. Dem Nachweis der Toxin-Gene dient eine PCR-Untersuchung. Als Grundlage eignet sich Stuhlmaterial des Patienten. Für den Nachweis des Toxins legen die Labormitarbeiter mit aus dem Patienten-Material gewonnen E-coli eine Kultur an und vermehren diese. Ein ELISA-Testverfahren weist im Anschluss daran Shigatoxine nach.

Im Rahmen der Diagnostik führt der Hausarzt eine Ultraschalluntersuchung / Sonografie durch, um eventuelle Schädigungen der Nieren zu erkennen.

Besteht der Verdacht auf eine Infektion mit Coli-Bakterien aufgrund bedeutender Indizien wie Blut im Stuhl und gleichzeitiger Einschränkung der Nierenfunktion, eine erhöhte Blutungsneigung oder Blutarmut, weist der Arzt den Patienten sofort zur Isolation und stationären Aufnahme in eine Klinik ein.

 

Therapie und Behandlung

Bei schweren Durchfällen ist ein Ausgleichen des Flüssigkeitsverlustes die erste und wichtigste therapeutische Maßnahme. Eine symptomatische Therapie bei Darminfektionen hat folgende Maßnahmen:

  • Flüssigkeitsausgleich,
  • Elektrolyt-Ausgleich,
  • Vorbeugung einer Niereninsuffizienz durch Durchspülung der Nieren mit Flüssigkeit oder Infusionen,
  • Dialyse bei Nierenversagen,
  • Bluttransfusionen bei Blutverlust,
  • Schockbehandlung bei Blutdruckabfall.

 

So beugen Sie einer Infektion mit EHEC vor

Um einer Infektion mit den Coli-Bakterien “enterohämorrhagischen Escherichia coli” vorzubeugen, empfiehlt das Robert-Koch-Institut folgende Maßnahmen:

  • Nach direktem Tierkontakt waschen Sie Ihre Hände gründlich. Dieselben stecken Sie nicht in den Mund. Des Weiteren unterlassen Sie gleichzeitiges Essen und Trinken.
  • EHEC-Bakterien mögen zur Vermehrung eine Temperatur von 37 Grad Celsius. Eine Infektion mit Coli-Bakterien beugen Sie vor, indem Sie verderbliche Lebensmittel gut kühlen.
  • Dünger überträgt die Coli-Bakterien “EHEC” auf Gemüse und Obst. Dies erfordert gründliches Waschen und anschließendes Schälen der Nahrungsmittel.
  • Fleisch und Gemüse erhitzen Sie mindestens zehn Minuten auf mindestens 70 Grad Celsius.
  • Eine Infektion mit Coli-Bakterien vermeiden Sie durch Verzicht auf den Verzehr roher Tierprodukte.
  • Vor dem Essen oder Trinken, nach der Verarbeitung roher Lebensmittel sowie nach jedem Toilettengang waschen Sie Ihre Hände mit warmem Wasser und Seife.
  • Halten sie die Kochumgebung sauber.

 

Geschichte der Coli-Bakterien

  • 1977 erstmalige Beschreibung der Escheria-coli-Bakterien
  • 1982 erstmaliger Nachweis von EHEC als Auslöser der hämorrhagischen Diarrhö in den USA
  • 1983 erstmals EHEC als Ursache des hämolytisch-urämischen Syndroms erkannt
  • 1985 erster EHEC-Nachweis in Deutschland
  • Mai 2011 erster großer EHEC-Ausbruch in Norddeutschland

 

Strenge Regeln verhindern eine Ausbreitung

Sind Sie oder ein Angehöriger mit den Coli-Bakterien infiziert, gilt es, eine Ausbreitung zu verhindern. Dies erreichen Sie mit sorgfältiger Hygiene. Eine stationäre Aufnahme schließt eine Isolation ein. Erst nachdem die Stuhlprobe dreimal keine schädlichen Coli-Bakterien enthielt, heben die Ärzte die Isolation auf. Der Besuch öffentlicher Einrichtungen wie Schule und Kindergarten oder die Wiederaufnahme der Arbeit mit Kontakt zu Lebensmitteln ist solange untersagt, wie Sie EHEC ausscheiden.

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weitere Informationen:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/med_specials/ehec-2011/article/655570/e-coli-nicht-nur-harmloser-schmarotzer.html

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