Kommt die Krankenkasse dafür auf?

Durchfall, medizinisch Diarrhoe genannt, kann mehrere Ursachen haben. Meist ist eine solche Erkrankung in wenigen Tagen erledigt. Doch leider kann eine Diarrhoe chronisch werden und eine deutliche Minderung der Lebensqualität zur Folge haben. Die Mittel der Schulmedizin, um den Durchfall zu bekämpfen, sind begrenzt und teilweise umstritten. Alternative Therapien können den gewünschten Erfolg mit sich bringen, doch werden diese von der Krankenkasse bezahlt?

Wissenswertes über Diarrhoe

Durchfall selbst ist keine Erkrankung, sondern vielmehr ein Symptom bzw. eine Folge, die verschiedene Ursachen haben kann. Etwas über ein Drittel der Deutschen leiden mindestens einmal im Jahr unter Diarrhoe, wobei diese meistens nach zwei bis drei Tagen abklingt. Gefährlich, ja, sogar lebensbedrohlich kann Durchfall bei Säuglingen, kleineren Kindern, älteren bzw. kranken Patienten werden, da diese über keine großen Flüssigkeitsreserven verfügen.

Wenn der Durchfall länger als zwei bis drei Tage anhält, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Dieser kann mit Hilfe einer Stuhlprobe feststellen, welche Keime den Durchfall auslösen oder ob andere Krankheiten dahinterstehen. Ebenso sollte in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden, wenn:

  1.           gleichzeitig Fieber über 38,5 °C auftritt.
  2.           Erbrechen hinzukommt.
  3.           der Stuhl blutig ist.
  4.           der Bauch aufgebläht und hart ist.
  5.           eine Schwangerschaft vorliegt.

Dabei kann der Durchfall mehrere und völlig verschiedene Ursachen haben. Bekannt und häufig ist Diarrhoe insbesondere bei einer Kostumstellung im Urlaub oder wenn eine Lebensmittelvergiftung vorliegt. Die akute Diarrhoe kann aber auch durch Stress, Koffein oder Medikamente ausgelöst werden.

Halten die Symptome länger als zwei bis vier Wochen an oder treten wiederholt auf, wird von chronischem Durchfall gesprochen. Diese chronische Diarrhoe kann unter anderem durch einen Reizdarm, einer Unverträglichkeit von Fruktose oder einer Glutenunverträglichkeit ausgelöst werden.

Bei Durchfall ist es von entscheidender Bedeutung, den körpereigenen Verlust von Flüssigkeit auszugleichen. Dazu wird empfohlen mindestens drei bis vier Liter täglich zu trinken. Die Getränke können Tees oder Säfte sein, die zur Hälfte mit abgekochtem Wasser oder stillem Mineralwasser verdünnt sein sollten.

Ebenfalls kann Brühe oder stilles Mineralwasser mit einer Prise Zucker dazu genutzt werden, die ausgeschienenen Mineralsalze zu begleichen. Feste Speisen sollten in den ersten Tagen möglichst vermieden werden, wobei später, also nach dem zweiten Behandlungstag Schleimsuppen, zerquetschte Bananen oder geriebener Apfel in aller Regel vertragen werden. Sollte der Durchfall mit Bauchkrämpfen verbunden sein, dann können feuchtwarme Leibwickel die Schmerzen lindern. Schulmedizinische Mittel sind umstritten, denn sie beseitigen lediglich die Symptome, ohne die Ursache zu bekämpfen.

Diese Mittel gegen Diarrhoe sind kein Bestandteil der erstattungsfähigen Medikamente bei der gesetzlichen Krankenkasse.

Wenn die Schulmedizin nicht helfen kann

Alternative Therapien bekämpfen die Ursache des Problems und können erfolgsversprechend sein. Ob mit Homöopathie oder anthroposophische Medizin das Problem gelöst werden kann, ist eine Frage der konsequenten Durchführung dieser Therapien. Gesetzliche Krankenkassen bezahlen diese alternativen Behandlungsmethoden in aller Regel nicht. Private Krankenkassen können je nach Tarif die Kosten hierfür übernehmen.

Tipp: Leistungen der Krankenkassen abfragen: Es ist sinnvoll, Fragen zur Krankenversicherung möglichst frühzeitig mit dem Leistungsträger zu klären. So ist zum Beispiel eine Darmsanierung langwierig, aber auch in vielen Fällen sinnvoll. ( Information über die Darmsanierung auf Ärztezeitung.de )

Damit Diarrhoe erst gar nicht entsteht

Da akute Diarrhoe häufig im Urlaub oder auf Reisen auftritt, sollten einige Hinweise beachtet werden, damit Durchfall vermieden werden kann. Frisches Obst sollte nur geschält gegessen werden, ebenso sollte darauf geachtet werden, keine Rohkost zu sich zu nehmen. Wenn Fleisch auf dem Speiseplan steht, dann sollte es immer durchgegart sein, denn nur so können Viren und Bakterien getötet werden.

Auch auf rohe Meeresfrüchte, Eiscreme, verdünnte Obstsäfte und Eiswürfel sollte verzichtet werden. In einigen Urlaubsgebieten sollte auch beim Zähneputzen abgekochtes Wasser oder Mineralwasser benutzt werden.